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Zu wenig Füllmenge in der Verpackung von Hundefutter Dosen?

Geschätze Lesezeit: 3 Minuten
Silvia Papadatos
07.04.2026

Zu wenig Füllmenge in der Verpackung von Hundefutter 

Mogelpackung Hundefutter?

Wir werden immer wieder von unseren Kunden darauf angesprochen, weil vermeintlich zu wenig Futter in der gekauften Nassfutterdose ist. Vor allem Kunden, die das Futter täglich für den Hund abwiegen und portionieren merken, dass es hin und wieder Differenzen zwischen der angegebenen Menge, die auf der Verpackung, also der Dose steht und der Menge, die dann tatsächlich aus der Dose für die Mahlzeiten heraus portioniert werden kann, gibt.

Wir klären in diesem Blogbeitrag, welche Gründe es für die Abweichungen der Füllmenge gibt und ob eine sogenannte Unterfüllung sein darf.

Zunächst kann ich dir sicher sagen, dass kein namhafter Hersteller von Hundenahrung absichtlich zu wenig Futter in seine Konservendosen füllt. Jedem seriösen Futtermittelhersteller ist klar, dass viele Kunden das Futter für den Vierbeiner abwiegen und schon deshalb jede Unstimmigkeit der Mengenangabe sofort zigfach bemerkt werden würde.
Trotzdem gibt es immer wieder scheinbar, oder tatsächlich unterfüllte Dosen auf dem Markt.

Verständlich, dass du verärgert bist, wenn du gerade diese Dose(n) erwischst. Da liegt es doch nahe , dass du dich beim Hersteller beschweren möchtest und wenigstens Ersatz für die Unterfüllung der jeweiligen Nennmenge erwartest, du hast ja schließlich für 800 g bezahlt und nur 750 g bekommen.

Weniger in der Verpackung, als angegeben, Absicht? 

Ganz so, wie es scheint, ist es aber nicht!

Viele Futtermittel Hersteller füllen sogar bewusst grundsätzlich 10 -15 g mehr Futter bzw. Fleisch in die Dosen, um genau diesen Reklamationen durch ihre Kunden vorzubeugen.
Abgefüllt wird das Futter immer im rohen Zustand, sprich also 810 bis 815 g rohe Masse kommen in die Dose, anschließend wird diese mit einem Deckel verschlossen und im Wasserbad gekocht.

Das Abfüllen in die Konservendosen passiert automatisiert. Dabei wird die Füllmenge nicht maschinell abgewogen, sondern durch einen Volumenfüller bestimmt.
Dafür wird die gewünschte Füllmenge mit jeder neuen Charge für den Volumenfüller vorab neu eingestellt. Das ist nötig, weil die Leerdosen unterschiedlich schwer sein können und die verschiedenen Fleischsorten durch unterschiedliche Dichte je Gramm ein unterschiedliches Volumen haben. Es ist also für das Füllvolumen ein Unterschied, ob es sich z. B. um Rind-, Lamm- oder Hühnerfleisch handelt.

Der Volumenfüller ist mit verschiedenen Kammern ausgestattet. Jede Kammer fasst etwa 40 ml. Beim Abfüllen saugt der Volumenfüller, während er sich ähnlich wie ein Rad dreht, mithilfe von Vakuum, die rohe Masse in die Kammern, um diese anschließend in die Dose einzufüllen. Anfangs wird noch jede, soeben gefüllte Dose, durch einen Mitarbeiter entnommen, das Gewicht kontrolliert und der Volumenfüller ggf. nachjustiert, bis die Füllmenge passend ist

Bei den ersten Dosen kann das Gewicht der gefüllten Dosen + /- 5 Gramm unterschiedlich sein, bis die perfekte Menge ermittelt wurde. Auch anschließend werden immer wieder stichprobenartig gefüllte Dosen zur Gewichtskontrolle während des Abfüllvorgangs entnommen und gewogen. Bis zu diesem Punkt scheint der Abfüllvorgang klar definiert.

Wie kann es dann überhaupt zu Gewichtsdifferenzen während der Abfüllung kommen?

Die passgenaue Abfüllung ist von der Konsistenz der Futtermittel abhängig. Je feiner das Futter zerkleinert ist, desto genauer kann der Volumenfüller die Masse ansaugen. Viele Futtersorten sind aber eher stückig. So kann es passieren, dass der Volumenfüller ein Stück der Futtermasse noch ansaugt, oder eben nicht mehr. Je nachdem welche Dichte das Futterstück hat, kommt es zu Gewichtsabweichungen von bis zu +/- 10 Gramm.

Diese Schwankungen der Füllmenge von Konservendosen sind normal und erlaubt. Genau geregelt, um wie viel Gramm die tatsächliche Füllmenge von der Nennfüllmenge (= die Menge, die auf der Verpackung angegeben ist) erlaubt ist, regelt die Verpackungsverordnung.

Laut dieser Verordnung gilt für Abweichungen der Nennfüllmenge das Mittelwertprinzip. Das bedeutet, dass die auf der Dose angegebene Menge im Durchschnitt nicht unterschritten werden darf.

Abweichungen von einzelnen Dosen sind aber erlaubt. Nassfutter Dosen mit einer Nennfüllmenge von 400 g dürfen eine Unterfüllung von bis zu 3 % aufweisen und Futterdosen mit der Nennfüllmenge 800 g, bis zu 15 g

Mittelwert bedeutet aber auch, dass es ebenso Dosen dieser Charge geben muss, die entsprechend eine Überfüllung aufweisen. Bis zu 2% an Dosen einer Charge dürfen eine Abweichung um das doppelte der o. g. Unterfüllung ausmachen.

Die tatsächlichen Füllmengen von Futter Konserven werden regelmäßig ohne Vorankündigungen durch die Futtermittelüberwachung der Veterinärämter überprüft.

In meiner Futterdose ist viel zu wenig!

Gravierende Unterfüllungen von mehr als dem Mittelwert kommen sehr selten vor. Sie können passieren, wenn der Trichter, durch den die Futtermasse beim Abfüllvorgang gedrückt wird, unbemerkt durch einen zu großen Brocken oder eine zu trockene Masse verstopft.

Eine so hohe Unterfüllung bemerkst du sogar, ohne die Futterdose zu wiegen. Sobald du eine solche Dose in deine Hand nimmst, ist dir klar, dass hier niemals 800 g Futter enthalten sein können.


In diesem Fall, gib uns bitte direkt Bescheid. Wir tauschen dir diese Dose gerne aus, bzw. hierfür bekommst du von uns Ersatz und wir klären das mit dem jeweiligen Hersteller. In den letzten 10 Jahren haben wir insgesamt vielleicht 5 mal eine solche gravierende Unterfüllung erlebt.

Darum kann es beim Portionieren vom Hundefutter zur Abweichung gegenüber dem angegebenen Füllgewicht kommen

In allen anderen Fällen beachte bitte, dass es abgesehen von den gerade erklärten, erlaubten Toleranzen auch schwierig ist, dass man mit einer Küchenwaage, die ja nicht geeicht ist, eine vernünftige, verlässliche Gewichtskontrolle durchführen kann.

Ferner musst du beim Portionieren der Hundemahlzeit den gesamten Inhalt der Dose wiegen, also die Fleischmasse und den umliegenden (gelierten) Fleischsaft. Zu guter Letzt bedenke bitte, dass egal wie gut du deine Futterdose auskratzt, es bleibt immer ein Rest von ca. 10 g in der Dose, den man nur durch Ausspülen der Dose heraus bekommt.

Ich hoffe, ich konnte dir Aufschluss darüber geben, warum du dich nicht nur freuen kannst, wenn deine 800 g Dose mehr Futter als erwartet beinhaltet und du dich nicht ärgern solltest, wenn du Dosen mit weniger Füllmenge bekommst. 

Letzten Endes will dich sicher kein Hersteller vergraulen. Es handelt sich in den meisten Fällen um produktionsbedingte Unterschiede in der Befüllung, die im Rahmen von erlaubten Toleranzen liegen.

 

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Silvia Papadatos, Geschäftsführung

 

Silvia Papadatos, Spürnasen-4you